Georg Hempel

"Fleetenkieker"

"Büschen Politik"

"De Orgeldreier"

"Kein Hüsung"

"Stratendriewer"

"Aschenputtel"

"Peter Ruchboort"

"Dat Düwelspeel"

P. Friedrichsen

"Springlebennig"

"Plünn un Knoken"

"Fastmokers"

"Schippanstricker"

"Am Hoben"

W. Draesner

"Tod im Wasser"

"Im Tode vereint"

"Der Tod und die Kinder"

Kara Walker

Titel unbekannt
Titel unbekannt
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Henri Matisse

P.O. Runge

Hund, den Mond anbellend
Hund, den Mond anbellend
Tulpe
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J.W. von Goethe

Fritz von Stein

E. de Silhouette

Etienne de Silhouette
Etienne de Silhouette
Etienne de Silhouette
Etienne de Silhouette

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zuletzt aktualisiert:

13.07.2015

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Etienne de Silhouette

* 1709 ; † 1767

Etienne de Silhouette
Etienne de Silhouette

 

 

 

 

Geizig war er, der Etienne de Silhouette, Finanzminister Ludwigs XV., sehr geizig. Keine Ölgemälde in seinem Schloss, nur die preiswerten Scherenschnitte! Keine schlechte Idee, denn nun geht der Begriff Silhouette auf ihn zurück.

Etienne de Silhouette
Etienne de Silhouette

 

 

 

 

 

 

Der Begriff hatte zunächst eine negative Bedeutung im Sinne von "billige Kunst", "schlecht gemachtes Porträt"

Hoepfners Silhouettierstuhl
Hoepfners Silhouettierstuhl
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde auch Deutschland von einer Welle der Begeisterung für Schattenrisse erfasst, die seltener als Scherenschnitt entstanden, sondern zumeist sorgfältig getuscht wurden.
Besonders intellektuelle Kreise wurden von dieser Begeisterung erfasst. So konstruierte und baute der Rechtsgelehrte und Richter Ludwig Julius Friedrich Hoepfner für seine Zwecke einen besonderenSilhouettierstuhl, auf dem Oberkörper und Kopf der zu porträtierenden Person fixiert werden konnten. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Schweizer Philosoph Johann Caspar Lavater lieferte 1772 durch seine Schrift Von der Physiognomik und nachfolgend das grundlegende Werk Physiognomische Fragmente zur Beförderung der Menschenkenntnis und Menschenliebe den schon damals von Zeitgenossen belächelten theoretischen Unterbau für die Anlage etlicher Sammlungen von Silhouetten bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit. Seine Physiognomik als Anleitung verstand sich als die Lehre zur Einordnung verschiedener menschlicher Charaktere anhand der Gesichtszüge und Körperformen. Dabei griff Lavater auf eine umfangreiche Sammlung von Silhouetten zurück. 

"Der junge Johann Wolfgang Goethe mit einem Scherenschnitt" Gemälde von Georg Melchior Kraus ,1775
"Der junge Johann Wolfgang Goethe mit einem Scherenschnitt" Gemälde von Georg Melchior Kraus ,1775

Während Goethe sich über Lavater zunächst bewundernd äußerte und erst später von seinem zuvor bewunderten Freund abrückte, hielt der Göttinger Physiker und Philosoph Georg Christoph Lichtenberg nur beißenden Spott für Lavater bereit. Tatsache ist heute, dass die Physiognomik und ihre Anhänger wie beispielsweise auch Johann Heinrich Merck dazu beigetragen haben, dass sich umfangreiche und bedeutende Sammlungen von Schattenrissen aus dieser Zeit erhalten haben, weil bedeutende Silhouetteure wie Johann Wilhelm Wendt durch sie zu gefragten Künstlern ihrer Zeit wurden. Die Silhouette und die Silhouettensammlungen haben sich so mit den dafür empfänglichen Literaturkreisen wie dem Kreis der Empfindsamen um die Große Landgräfin oder dem Göttinger Hainbund und seinen Mitgliedern dauerhaft verbunden. Der Goethe-Sammler Anton Kippenberg widmete der Silhouette des 18. Jahrhunderts einen umfassenden Beitrag im Jahrbuch der Sammlung Kippenberg.

Gemälde von Pancraz Körle, 1857 (Ausschnitt)
Gemälde von Pancraz Körle, 1857 (Ausschnitt)

Ein junger Mann schneidet die Silhouette einer Dame.

 

So wie es aussieht ... , ein durchaus intimer Vorgang.

Silhouettierstuhl
Silhouettierstuhl

Auch mit Apparatur möglicherweise

ein prickelndes Vergnügen.

Johann Eleazar Schenau, um 1770/1780
Johann Eleazar Schenau, um 1770/1780

Kinder und Frauen beim Silhouettenschneiden.

Es konnte aber auch ohne große Vorbereitungen ein vergnügliches Kinderspiel sein.

 

 

iPod, 2001
Apple iPod, 2001
Karl by Karl Lagerfeld, 2013
Karl by Karl Lagerfeld, 2013
Karl by Karl Lagerfeld
Karl by Karl Lagerfeld, 2013

Nach all der Romantik möchte ich niemanden erschrecken, aber das gehört auch zur Geschichte der Silhouette. Nur 250 Jahre später ... so schnell kann es gehen.